Bargeld verliert verstärkt seine Relevanz

Elektronische Bezahlsysteme werden von Verbrauchern immer häufiger genutzt, insbesondere beim Einkaufen im Netz. Neben klassischen Varianten wie etwa der Kreditkarte oder elektronischen Bezahlsystemen wie PayPal, haben sich mittlerweile auch sogenannte Kryptowährungen wie Bitcoin etabliert und verbreitet. Es stellt sich die Frage, ob auf lange Sicht überhaupt noch Bargeld benötigt wird und wohin diese digitale Entwicklung führen wird.

Geld fließt elektronisch

Nicht erst seit gestern läuft die Entwicklung gegen das Bargeld. Die Lohntüte hat in Deutschland schon seit spätestens Ende der 80er Jahre ausgedient, seitdem fließt das Gehalt ausschließlich elektronisch aufs Girokonto. Ebenso elektronisch fließen Miete, Strom und andere Ausgaben per Dauerauftrag aus diesem Girokonto heraus. Der Kontoauszug verrät einem, wie viel noch in der Tüte verbleibt. Beim Bezahlen im Internet wandert ohnehin kein Bargeld mehr über den Tresen.

Alter spielt eine Rolle bei der Akzeptanz

In jedem Fall spielt auch das Alter eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Bezahloption. Während die Generation 40+ gegenüber den neuen Möglichkeiten eher skeptisch eingestellt ist und lieber Varianten wie den Rechnungskauf wählen, werden alternative Systeme von der jüngeren Generation schneller akzeptiert und auch genutzt. Zudem unterscheidet sich auch das Konsumverhalten der jüngeren Generation grundsätzlich von dem der älteren. Einkaufen im Netz und das Nutzen von Apps ist für die heutige junge Generation längst zu etwas vollkommen selbstverständlichen geworden. Die älteren bleiben skeptisch und haben zurecht Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Sicherheitsaspekten.

Das Ende des Bargelds?

In vielen europäischen Ländern gibt es längst Bargeldobergrenzen für Barzahlungen. In Frankreich beträgt diese Obergrenze 1.000 Euro, in Italien etwa 3.000 Euro. Weiterhin planen die norwegische sowie schwedische Zentralbank ein komplettes Ende des Bargeld Druckens. In Schweden könnte schon bald die E-Krone offizielle Landeswährung werden. Damit könnte Währungen wie dem Bitcoin erstmals staatliche Konkurrenz gemacht werden. In Deutschland hat zumindest schon der 500 Euroschein bald ausgedient. Begründet werden diese Maßnahmen oft mit den Themen Terrorismusbekämpfung oder Kampf gegen organisierte Kriminalität. Dass sich diese jedoch ohne Bargeld ebenfalls gänzlich in Luft auflösen werden darf bezweifelt werden. Längst schon sind Kriminelle auch mit digitalen Währungen unterwegs – im Darknet beispielsweise wird definitiv kein Bargeld akzeptiert.

Zukünftige Entwicklung

Wie sich das Bezahlen in Zukunft entwickeln wird kann man nicht genau vorhersehen. Fest steht aber, dass die elektronischen Systeme ausgebaut werden und mehr Wettbewerb ermöglicht werden soll. Am 13. Januar 2018 wird die zweite erweiterte PSD (Payment Service Directive) Zahlungsdienst Richtlinie der EU in Kraft treten. Diese verpflichtet Banken dazu, Schnittstellen für Drittanbieter anzubieten damit diese auf ihre Systeme zugreifen können. Somit soll Innovation, Sicherheit, Wettbewerb aber auch der Verbraucherschutz gefördert werden, indem etwa die Kosten für digitale Geldtransfers gesenkt werden. Wenn es kein Bargeld mehr geben wird, stellt sich die Frage was das Portmonee ersetzt. Werden es Kreditkarten oder Smartphones sein oder Techniken die heute noch nicht erfunden sind? Fest steht: Ohne einen Austausch von Währungen wird es keinen Handel geben.

Ein Gedanke zu „Bargeld verliert verstärkt seine Relevanz

  • 22. November 2017 um 19:04
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    Kryptowährungen sind nicht nur auf den Social-Media in aller Munde, sonder auch in den Nachrichten und sogar Banken erwägen sich mit den Kryptowährung auseinander zu setzen. Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema. Da wird in Zukunft bestimmt noch mehr kommen.

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