Girokonto

Flächendeckend durchgesetzt hat sich das Girokonto in Deutschland spätestens ab 1957, dem Jahr, indem die Barauszahlung des Gehalts, die sogenannte Lohntüte am Ende des Monats, auf das Überweisungssystem umgestellt wurde und somit jeder zwangsläufig ein Girokonto brauchte, um seinen Lohn zu erhalten. Im heutigen Alltag ist der Besitz eines Girokontos essentiell geworden. Es ist der zentrale Dreh und Angelpunkt für das Gehalt, die Miete, Versicherungen und alle anderen Zahlungsvorgänge.

Weiterhin ermöglicht ein Girokonto den Zugriff auf Bankautomaten und somit Bargeld, unter Umständen kann ein Dispokredit gewährt werden oder andere Zusatzoptionen. Auf was sollte man als Verbraucher achten, wenn man ein neues Girokonto eröffnen oder sein bestehendes Girokonto wechseln möchte?

Leistungen eines Girokontos

Längst ist ein Girokonto mehr als nur ein Mittel für den Lohnempfang. Ein modernes Girokonto ermöglicht eine Vielzahl von unabdingbaren Leistungen. Darunter:

  • Geldempfang (Rente, Gehalt)

  • Überweisungen (vom eigenen auf fremde Konten)

  • Umbuchungen

  • Lastschriftverfahren und Daueraufträge

  • Bargeldeinzahlungen

  • Bargeldauszahlungen

  • Onlineshopping

  • Dispokredite

Was gilt es zu beachten?

Diese Leistungen sind bei den meisten Girokonten vorhanden. Unterscheiden tun sich jedoch die Konditionen der einzelnen Anbieter von Girokonten hinsichtlich Gebühren, Serviceleistungen und Verzinsung. Weiterhin ist es wichtig ein möglichst dichtes Netz an kostenlos zu nutzenden Bankautomaten zu haben. Weiterhin können Aspekte wie Auslandsverfügbarkeit von Bankautomaten eine Rolle bei der Wahl des passenden Girokontos spielen. Folgende Dinge sollte man im Hinterkopf behalten:

  • Kontoführungsgebühren
    Es gibt zwar einige Banken die kostenlose Girokonten anbieten, diese sind jedoch meist an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie etwa ein regelmäßiger Geldeingang in bestimmter Höhe oder ähnliches. Manche Genossenschaftsbanken bieten zudem kostenlose Girokonten gegen Einzahlung einer geringen Einlage.

  • Bargeldversorgung
    Hier gilt es darauf zu achten, dass das Bankautomaten Netz möglichst dicht ist. Wer an fremden Geldautomaten Bargeld abhebt zahlt meist hohe Zusatzkosten für die Nutzung. Es gibt Banken-verbünde (Cash Group, Cash Pool u.a.), bei denen Banken zusammenarbeiten um ihren Kunden eine möglichst gute Versorgung zu bieten.

  • Buchungsposten
    Manche Banken verlangen Gebühren für einzelne Buchungen, Überweisungen oder auch Online Transaktionen. Je nachdem wie viele dieser Buchungen man jährlich ausführt, kommen so schnell hohe Zusatzgebühren auf einen zu.

  • Dispokredit
    Ein Dispokredit kann unter bestimmten Umständen sinnvoll sein, die anfallenden Zinsen sind jedoch bei den meisten Anbietern von Girokonten überdurchschnittlich hoch und somit teuer. Es ist ratsam einen solchen Dispokredit nur in Notfällen zur Überbrückung von finanziellen Engpässen in Anspruch zu nehmen.

Optionale Zusatzleistungen

Zu den optionalen Zusatzleistungen eines Girokontos gehören diverse Leistungen, die einzelnen Banken und Anbieter von Girokonten bieten beispielsweise Kreditkartennutzung, die Möglichkeit günstig Tagesgeldkonten zu eröffnen oder in Fonds zu investieren. Hier kommt es immer drauf an, in wie fern man solche Zusatzleistungen überhaupt benötigt. Wenn man nicht ohnehin in Fonds oder Tagesgeld Konten investiert oder nicht auf eine Kreditkarte angewiesen ist, kann auf diese Zusatzleistungen verzichten.

Girokonten sind also unverzichtbar für das tägliche Zahlungsgeschehen. Je nach persönlichem Anspruch kann man Zusatzleistungen in Anspruch nehmen oder aber kostenlose Girokonten eröffnen. Die Jahreskosten für die Nutzung des Girokontos sollten so gering wie möglich ausfallen.