Wie lange wird das Bargeld noch als Zahlungsmittel genutzt?

Immer häufiger rückt der bargeldlose Zahlungsverkehr in der freien Marktwirtschaft in den Vordergrund. Selbst bei kleinen Geldbeträgen zückt der Verbraucher vermehrt seine Kreditkarte und zahlt die Minisumme für den Kaffee, für den Kauf drei kleiner Artikel, oder auch fürs Parken. In einigen Ländern ist der bargeldlose Verkehr dermaßen weit in den Vordergrund gerutscht, dass es schier schon als ein äußerst seltener Anblick zählt, wenn mit Bargeld gezahlt wird. Nur noch jeder zweite Einkauf wird teils bar bezahlt, Tendenz steigend. Das Aus des Bargeldes ist unaufhaltsam und schreitet in großen Schritten auf uns zu.

Die Finanzkrise ist schuld(?)

Finanzexperten sind der Meinung, dass insbesondere die globale Finanzkrise 2007 / 2008 schuld an diesem Wandel ist. Der Finanzsektor befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer äußerst kritischen Lage. Verbraucher wurden durch immer wieder neue Meldungen über Finanzkrisen, Konkursen und Schließungen von Banken und Co. verunsichert. Das Vertrauen in das bis dato recht stabile Finanzsystem bröckelte zunehmend. Hinzu kamen die Regulierungsbehörden ins Spiel, nachdem die Fehlentwicklungen, die zur Finanzkrise führten schließlich entdeckt und aufgedeckt wurden. Die Veränderung dieser Finanzwelt ist auch ein recht neuer Zustand für Finanzdienstleister jeglicher Art, an die sie sich grundlegend gewöhnen müssen und sollten, um auch in der Zukunft noch gewinnbringende Erfolge erzielen zu können.

Der Fortschritt der Technik

Etabliert und alt-eingesessene Geschäftsmodelle hiesiger Banken werden auf die Probe gestellt und herausgefordert. Denn Fintechs, wie beispielsweise Kryptowährungen wie der Bitcoin scheinen ihnen ein wenig Angst zu machen und sind ihnen dicht auf die Pelle gerückt. Selbst der Bitcoin, der zunächst zu Beginn skeptisch begutachtet und mit einem Lächeln beäugelt wurde, entpuppt sich als äußerst ernst zu nehmende Konkurrenz im Wettkampf der Zahlungsmethoden von heute. Auch innovative Zahlungsmöglichkeiten, wie das gänzlich kontaktlose Bezahlen, sind ernst zu nehmende Kontrahenten im modernen Zahlungsverkehr. Hat dann Bargeld im üblichen Sinne überhaupt noch in der Zukunft eine solche?

Mehr Schlagkraft ohne Bargeld

Schon seit etlichen Jahren plädieren Finanzexperten und Ökonome für die gänzliche Abschaffung des Bargeldes. Hierdurch verspräche man sich eine wirkungsvolle Schlagkraft in der heutigen Geldpolitik. Der Grund für diese Annahme ist einfach erklärt: Man nimmt an, dass die Zentralbanken demnach versuchen könnten, in einer Wirtschaftskrise mit Deflationsgefahr den Konsum durch einen negativen Einlagezins anzuheben und anzukurbeln. Dieser liegt nämlich bis dato bei der Europäischen Zentralbank seit März 2016 bei minus 0,4 Prozent. Geschäftsbanken legen überschüssige Liquidität bei der Europäischen Zentralbank an. Dieser clevere Schachzug kann aber demnach nur funktionieren, wenn die jeweiligen Geschäftsbanken diesen Negativzins an ihre Kunden schlichtweg weitergeben. Sparer kommen so in Zugzwang und geben mehr Geld aus, weil sie sich der Gefahr des Wertverlustes ihrer Ersparnisse auf dem Konto ausgeliefert sehen. Doch solange Sparer die Möglichkeit ergreifen können, ihr Guthaben in Bargeld zu tauschen, können sie ihr erspartes Geld vor dem Negativzins schlussendlich in Sicherheit bringen. Die vermeintliche Geldpolitik funktioniert auf diesem weg erst einmal nicht. Würde das Bargeld gänzlich vom Markt verschwinden, bliebe dem Sparer und Verbraucher nur noch die Chance, das ersparte Bargeld in Auslandswährungen oder Sachwerte zu investieren und anzulegen, oder zu verprassen. Sofern es denn noch Bargeld gäbe.

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