Effektiv Strom sparen im Gewerbe

Nicht selten ist ein Gewerbebetrieb ziemlich energieintensiv. Insgesamt gehen allein 80 Prozent des Gesamtenergiebedarfs Deutschlands auf den Industrie- und Gewerbe-, Handel- und Dienstleistungssektor. In vielen Fällen wird vorhandenes Einsparpotenzial nicht oder nicht vollständig genutzt. Experten gehen davon aus, dass rund 44 Milliarden Kilowattstunden Strom eingespart werden könnten, wenn entsprechende Maßnahmen umgesetzt würden. Am größten sei das Einsparpotenzial im Bereich Pumpen, Beleuchtung, Lüftung und Druckluft. Doch auch darüber hinaus können Unternehmen ihre Energiekosten deutlich senken.

Warum nutzen nicht alle Gewerbebetriebe das Einsparpotenzial?

Man könnte sich fragen, warum Unternehmen entsprechende Maßnahmen nicht einfach umsetzen, allein aus finanzieller Hinsicht sollte Einsparpotenzial nicht ungenutzt gelassen werden. Doch das Wissen um entsprechende Maßnahmen und Lösungen ist längst nicht bei allen verantwortlichen angekommen. Wie viel Geld unternehmen dabei jedoch langfristig sparen könnten, wird in vielen Fällen schlicht unterschätzt. Fehlende Informationen sind einer der Hauptgründe, wenn es um das nicht nutzen von Energiesparpotenzialen geht. Einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Aspekt stellen oft finanzielle Einschränkungen dar. In den meisten Fällen nutzen Gewerbeunternehmen ihre Investitionsmittel in das Kerngeschäft und beachten entsprechende Maßnahmen allein aufgrund der für zu lang empfundenen Amortisationszeit nicht.

Oftmals vergessen Unternehmen auch die positiven Begleiteffekte, welche energiesparende Maßnahmen mit sich bringen. Der reduzierte Energieverbrauch kommt direkt der Umwelt zugute und kann auch helfen das Image des Unternehmens zu verbessern. Es ist eine Tatsache, das Verbraucher zunehmend auch auf ökologische Aspekte achten, wenn sie ein Produkt kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen. Das Image eines Unternehmens hat somit immer größeren Einfluss auf den Umsatz.

Ungenutzte Flächen nutzbar machen

Ungenutzte Gewerbeflächen eignen sich ideal für die Nutzung von Solaranlagen. Entsprechend dimensionierte Anlagen können dazu beitragen, den Energieverbrauch eines Unternehmens zu reduzieren. In Deutschland stehen etwa 4 bis 5 Millionen Nichtwohngebäude zur Verfügung, oftmals mit ungenutzten Dachflächen. Darüber hinaus existieren neben den Dachflächen von Gewerbeimmobilien zahllose Freiflächen in Industrie- und Gewerbegebieten, welche sich oft gleichermaßen zur Errichtung von Solarparks eignen. In den meisten Fällen können Unternehmen von einer Solaranlage profitieren, bereits ab unter einem Hektar Gesamtfläche bieten sich entsprechende Lösungen an.

Welches Einsparpotential ergibt sich bei Solaranlagen?

Die genauen Kosten, welche durch die Errichtung einer Solaranlage nach der Amortisierung eingespart werden können, hängen von zahlreichen Faktoren ab. Durchschnittlich haben sich die Investitionskosten moderner Anlagen nach etwa 5 bis 7 Jahren ausgezahlt, pro kW Solarstrom fallen etwa 1000 Euro an. Wenn die Anlage über einen Zeitraum von 25 Jahren Betrieben wird, kann mit einem durchschnittlichen Gesamtstrompreis von 1 Cent pro kWh rechnen. Darin sind Kosten für Wartung und Instandhaltung bereits enthalten. Zudem besteht nicht nur die Möglichkeit eine Solaranlage selber zu betreiben, geeignete Flächen lassen sich auch an entsprechende Dienstleister verpachten. So lassen sich freie Flächen ohne Investitionskosten für die Erzeugung von Solarenergie nutzen und gewinnbringend verpachten.

Strom- und Gaskosten reduzieren

In den meisten Fällen wird es nicht möglich sein, den Energiebedarf ganz durch Sonnenenergie abzudecken, sodass weiterhin eine solide Versorgung mit Strom und Gas gewährleistet werden muss. Doch auch hier lassen sich die Kosten durchaus reduzieren. Wie viel Energie dabei konkret eingespart werden kann, ist von der Größe und Ausrichtung des Betriebs abhängig. Am meisten sparen lässt sich in der Regel bei der Beleuchtung. Hier können im Durchschnitt etwa 70 Prozent der Kosten gespart werden, wenn alle Lampen auf moderne, energieeffiziente LED-Industrieleuchten umgestellt werden. Durch entsprechende Reflektoren, die die Lichtausbeute verbessern kann der Energieverbrauch zusätzlich gesenkt werden. Darüber hinaus kann es sich auch lohnen, zu einem günstigeren Anbieter von Gewerbegas zu wechseln.

Immerhin rund 30 Prozent der Energiekosten lassen sich durchschnittlich bei der Wärmeversorgung inklusive Kälte- und Kühlwasseranlagen sparen. Automatische Heizungssteuerung und Abgasklappen sollten in keinem Betrieb fehlen. In den meisten Betrieben lässt sich darüber hinaus ein Nutzungskonzept für Abwärme erstellen, was zusätzliche Wärmeenergie einsparen kann. Ein jährlicher Vergleich der Gewerbestrom-Anbieter ist zusätzlich zu empfehlen.

Fazit

Angesichts steigender Energieprise und einem wachsenden Umweltbewusstsein der Verbraucher sollten Gewerbebetriebe Energieeinsparpotenzial nicht ungenutzt lassen. Mit dem Betrieb einer Solaranlage können nicht nur die Stromkosten langfristig reduziert werden, auch das Image des Unternehmens kann dadurch aufgewertet werden. Darüber hinaus bietet es sich an, entsprechende Maßnahmen umzusetzen, um den Energieverbrauch langfristig zu senken. Dazu gehört beispielsweise die Verwendung moderner LED-Industrieleuchten oder die Nutzung von Abwärme realisieren. Es kann sich durchaus bezahlt machen, einen Experten für Energieeffizienz zurate zu ziehen. Dieser kann den Betrieb unter energietechnischen Aspekten untersuchen und entsprechende Maßnahmen vorschlagen. Weiterhin können Gewerbekunden genau wie Privatkunden oftmals von einem Wechsel des Strom- oder Gasanbieters profitieren.

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